One Piece OP-17: Was im neuen Set steckt – und was die ersten Preise wirklich sagen
Das Jubiläumsset ist erst wenige Tage alt und zwischen starken Chase-Karten, schwankenden Ankaufspreisen und offenen Daten ist eine nüchterne Einordnung wichtiger als schneller Hype.
Was OP-17 überhaupt ist
OP-17 trägt den japanischen Titel 世界最強の戦士, übersetzt „The World's Strongest Warriors“. Das Set ist am 22. August 2026 in Japan erschienen. Die englische Ausgabe folgte am 28. August 2026. Zum Datenstand dieses Beitrags, dem 29. August 2026, befindet sich der Markt deshalb noch ganz am Anfang seiner Preisfindung.
Bandai gibt für die japanische Ausgabe einen Preis von 240 Yen pro Booster-Pack an. Jedes Pack enthält sechs Karten, ein versiegeltes Display wiederum 24 Packs. Damit kommen aus einem Display insgesamt 144 Karten, wobei das natürlich nichts über die konkrete Verteilung bestimmter Raritäten oder Parallels aussagt.
Auf der Displaybox steht außerdem „4th Anniversary“. OP-17 fällt damit in das vierte Jubiläumsjahr des One Piece Card Game. Das ist für Sammler ein interessanter Rahmen, sollte aber nicht automatisch mit einer bestimmten Auflage, Seltenheit oder späteren Wertentwicklung gleichgesetzt werden. Eine Jubiläumskennzeichnung ist zunächst eine Einordnung innerhalb der Produktgeschichte – keine Preisgarantie.
Optisch setzt die Box auf Monkey D. Luffy im Elbaf-Wikingeroutfit: mit gehörntem Goldhelm und rotem Fellumhang. Inhaltlich bringt das Set mehrere große Namen und Fraktionen zusammen. Rocks D. Xebec und die Rocks-Piraten stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie bekannte Yonko. Dieser Mix erklärt, weshalb OP-17 direkt nach dem Release sowohl bei Sammlern als auch bei Spielern viel Aufmerksamkeit erhält.
Wie das Set aufgebaut ist
Bei der Kartenzahl von OP-17 begegnen dir zwei unterschiedliche Angaben. Beide können korrekt sein, wenn man weiß, was jeweils gezählt wird. Die nummerierte Basis-Checkliste umfasst 119 Karten. Pokitrio hat die Verteilung anhand der offiziellen Bandai-Kartenliste selbst nachgezählt: 45 Common, 30 Uncommon, 26 Rare, zehn Super Rare, sechs Leader und zwei Secret Rare.
Bandais Produktspezifikation nennt dagegen 131 + 4 Typen. Diese größere Zahl entsteht, weil dort zusätzliche Sonder- und Reprint-Kategorien sowie DON!!-Karten mitgezählt werden. Sie steht also nicht im Widerspruch zur 119 Karten starken Basisliste, sondern verwendet einen breiteren Zählrahmen. Wer Sets vergleicht oder einen Master Set Binder plant, sollte diese Definitionen sauber auseinanderhalten.
Zu den 119 regulär nummerierten Karten kommen zahlreiche Parallel- und Alternate-Art-Fassungen. Außerdem lassen sich Reprint-Karten aus anderen Sets ziehen. Deshalb ist die Zahl der tatsächlich unterscheidbaren Kartenvarianten deutlich größer als die Basis-Checkliste. Gerade für Sammler ist entscheidend, ob nur jede Kartennummer oder wirklich jede Illustration und Sonderfassung gesammelt werden soll.
Die beiden Secret Rares der Basisliste sind OP17-118 Rocks D. Xebec, ein blauer Character mit Kosten 10 und Power 12000, sowie OP17-119 Loki in Schwarz. Alle Karten und bekannten Varianten kannst du mit Bild in der vollständigen OP-17-Kartenliste von Pokitrio ansehen. Das ist besonders hilfreich, weil Kartenname und Nummer allein die verschiedenen Artworks nicht immer ausreichend unterscheidbar machen.
| Seltenheit | Kürzel | Karten in der Basisliste |
|---|---|---|
| Common | C | 45 |
| Uncommon | UC | 30 |
| Rare | R | 26 |
| Super Rare | SR | 10 |
| Leader | L | 6 |
| Secret Rare | SEC | 2 |
| Gesamt | 119 |
Die sechs Leader — und worauf sie hinauslaufen
Die sechs Leader bilden farblich und thematisch das Gerüst von OP-17. OP17-001 Edward Newgate ist Rot, OP17-020 Shanks Grün und OP17-039 Rocks D. Xebec Blau. Dazu kommen OP17-058 Kaido in Lila, OP17-079 Monkey D. Luffy in Schwarz und OP17-099 Charlotte Linlin in Gelb.
Schon diese Auswahl zeigt, worauf das Set inhaltlich hinausläuft: OP-17 bündelt Rocks-Piraten, Yonko und Luffys aktuellen Elbaf-Auftritt in einem Set. Rocks D. Xebec ist dabei nicht nur Leader, sondern zugleich als Secret Rare und besonders aufwendige Chase-Variante vertreten. Wer gezielt einen Rocks-Piraten-Archetyp aufbauen oder sammeln möchte, findet hier den klarsten Schwerpunkt.
Newgate, Shanks, Kaido und Linlin decken mehrere große Yonko-Namen ab und verteilen diese auf vier verschiedene Farben. Für Spieler bedeutet das zunächst unterschiedliche Ausgangspunkte für Decks und vorhandene Kartenpools. Welche Listen sich im Meta langfristig durchsetzen, lässt sich wenige Tage nach dem Release jedoch noch nicht seriös festschreiben. Leader-Auswahl, erste Deckideen und ein etabliertes Turnierbild sind nicht dasselbe.
Luffy fällt doppelt auf: Sein schwarzer Leader greift den Elbaf-Look auf, der auch das Display prägt. Gleichzeitig gehört eine gelbe Luffy-Karte mit der Nummer EB04-061 zu den wichtigsten Chases, die in OP-17 gezogen werden können. Damit spricht das Set nicht nur Spieler eines einzelnen Farbarchetyps an. Für die Kaufentscheidung ist trotzdem sinnvoll, zwischen Interesse an einem Leader-Deck, dem Sammeln einer Figur und der Jagd nach einer extrem seltenen Parallel-Karte zu unterscheiden.
Leader
Edward Newgate
OP17-001 · Rot
Leader
Shanks
OP17-020 · Grün
Leader
Rocks D Xebec
OP17-039 · Blau
Leader
Kaido
OP17-058 · Lila
Leader
Monkey D Luffy
OP17-079 · Schwarz
Leader
Charlotte Linlin
OP17-099 · Gelb
Die Chase-Karten und was der japanische Markt gerade dafür zahlt
An der Spitze des frühen Marktes stehen zwei Pirate-Crew-Super-Parallel-Fassungen mit aufwendigen Manga-Panel-Rahmen. Die bislang teuerste Karte ist Monkey D. Luffy EB04-061, eine gelbe Secret Rare. Die zweite zentrale Chase ist Rocks D. Xebec OP17-118, die blaue Secret Rare aus der OP-17-Basisliste.
Die ersten japanischen Händlerdaten zeigen, wie unruhig die Preisfindung noch ist. Für Luffy lag der beobachtete Buyback-Preis am 22. August 2026 bei rund 1.867.000 Yen. Am 24. August waren es 1.300.000 Yen, am 26. August wieder rund 1.420.000 Yen. Innerhalb von vier Tagen fiel der Wert damit zunächst deutlich und erholte sich anschließend teilweise.
Bei Rocks D. Xebec bewegte sich der Buyback-Preis im selben frühen Fenster von rund 917.000 Yen auf etwa 602.000 Yen. Auch hier geht es nicht um kleine Tagesbewegungen, sondern um eine erhebliche Verschiebung wenige Tage nach Release. Solche Zahlen zeigen vor allem, dass Händler ihre Ankaufskurse laufend an verfügbare Ware und Nachfrage anpassen.
Wichtig: Das sind Buyback-Preise, also Beträge, die japanische Händler für den Ankauf anbieten. Sie sind weder Ask Prices noch Sold Comps. Ein Ask Price ist der Preis, zu dem jemand eine Karte anbietet; ein Sold Comp belegt einen tatsächlich abgeschlossenen Verkauf. Diese drei Kategorien dürfen nicht vermischt werden. Ein besonders hoher Angebotspreis beweist keinen Verkauf, während ein Buyback-Kurs eher die Risikoeinschätzung und Marge eines Händlers widerspiegelt. Die frühen Werte sind deshalb Momentaufnahmen und keine belastbare Prognose.
SEC · Manga Rare
Monkey D Luffy
EB04-061 · Pirate Crew Super Parallel
Ankauf JP 26.08.: ca. 1.420.000 Yen
SEC · Manga Rare
Rocks D Xebec
OP17-118 · Pirate Crew Super Parallel
Ankauf JP: 917.000 → ca. 602.000 Yen
SEC
Loki
OP17-119 · Secret Rare · Schwarz
Kein belastbarer Preis erfasst
Was sich zum Stichtag nicht belegen lässt
Zum Stichtag 29. August 2026 bleiben mehrere zentrale Fragen offen. Zuerst die Auflage: Bandai veröffentlicht keine offizielle Print-Run-Stückzahl für OP-17. Aussagen darüber, wie viele Displays oder einzelne Chase-Karten produziert wurden, lassen sich daher nicht mit einer bestätigten Gesamtauflage unterlegen.
Dasselbe gilt für extrem niedrige Pull Rates, die derzeit für Pirate Crew Super Parallels sowie Manga- und andere Super-Parallels kursieren. Diese Wahrscheinlichkeiten sind nicht von Bandai bestätigt. Anbieter entsprechender Zahlen, darunter TCGPro, kennzeichnen sie ausdrücklich als Schätzungen aus Öffnungsdaten beziehungsweise historischen Daten. Solche Modelle können eine Orientierung liefern, sind aber keine offizielle Garantie für ein einzelnes Pack, Display oder Case.
Auch beim Grading ist Zurückhaltung angebracht. OP-17 ist dafür noch zu neu. Der verfügbare CGC-Population-Report für One Piece wurde zuletzt vor dem japanischen OP-17-Release aktualisiert. Eine belastbare OP-17-Population oder eine ausreichende Zahl abgeschlossener Verkäufe von PSA-10- beziehungsweise CGC-10-Exemplaren war deshalb noch nicht feststellbar. Einen seriösen pauschalen „PSA-10-Multiplikator“ für dieses Set gibt es zum Stichtag nicht.
Schließlich ließ sich für die japanischen Fassungen der Top-Karten kein belastbarer deutscher oder europäischer Verkaufspreis finden. Die japanischen Buyback-Werte wurden bewusst nicht einfach in Euro umgerechnet. Eine Währungsumrechnung würde zwar einen rechnerischen Betrag erzeugen, aber weder europäische Nachfrage noch Gebühren, Liquidität oder tatsächlich abgeschlossene Verkäufe abbilden. Diese Datenlücke bleibt daher offen, statt sie mit einem Schätzwert zu kaschieren.
Lohnt sich ein Display jetzt?
Für ein OP-17-Display sprechen nachvollziehbare Punkte: Es enthält 24 japanische Booster-Packs mit jeweils sechs Karten, das Set gehört zum vierten Jubiläumsjahr und verbindet Rocks-Piraten, mehrere Yonko und Elbaf-Luffy. Wer Packs gern selbst öffnet, die Basisliste sammeln oder früh Karten für einen der sechs Leader aufbauen möchte, bekommt ein klar umrissenes Set mit vielen Parallel- und Reprint-Möglichkeiten.
Dagegen steht die noch laufende Preisfindung. Die beobachteten japanischen Buyback-Kurse der beiden Top-Chases haben sich innerhalb weniger Tage zweistellig verändert. Gleichzeitig fehlen bestätigte Pull Rates, eine offizielle Print-Run-Zahl, belastbare Grading-Daten und brauchbare europäische Sold Comps für die japanischen Top-Karten. Wer ausschließlich wegen eines erwarteten Sekundärmarktwerts kauft, arbeitet daher mit mehreren unbekannten Größen.
Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht pauschal „Kaufen oder warten?“, sondern: Was möchtest du aus dem Display bekommen? Für den Spaß am Opening, den Aufbau einer Sammlung oder Karten für neue Deckideen kann die frühe Phase reizvoll sein. Wenn dein Hauptziel dagegen ein möglichst stabiler Einzelkartenpreis oder eine kalkulierbare Grading-Rendite ist, liefern die verfügbaren Daten aktuell noch keine belastbare Grundlage. Warten kann dann mehr Marktinformationen bringen, garantiert aber weder niedrigere Displaypreise noch günstigere Singles.
Das One Piece OP17 Display – The World's Strongest Warriors – Japanisch kostet bei Pokitrio 129,95 Euro und enthält 24 Booster-Packs, ist aktuell jedoch ausverkauft. Wenn du ein Display suchst, kannst du einen möglichen Restock im Blick behalten. Für die Entscheidung ohne Blindkauf hilft außerdem die OP-17-Kartenliste mit Bildern, weil du dort vorher prüfen kannst, wie breit dein Interesse jenseits der beiden größten Chases tatsächlich ist.
Das OP-17 Display bei Pokitrio


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